Reportagen aus dem Warschauer Ghetto
Perec Opoczyński, Reportagen aus dem Warschauer Ghetto, übersetzt und kommentiert von Monika Polit, Stowarzyszenie Centrum Badań nad Zagładą Żydów, Warszawa 2009.
Versteckt in zwei Milchkannen und eingemauert in einem Keller, über- dauerten die in diesem Band versam- melten Reportagen die Zerstörung des Warschauer Ghettos. Erst im Jahre 1950 stieß man zufällig bei Bauarbeiten auf die vollgeschriebenen Hefte. Es stellte sich heraus, dass sie Teil des von Emanuel Ringelblum angelegten Archivs Oneg Schabbat waren.
Perec Opoczyński, ein talentierter Autor und Journalist, gelang es hier mit akribischer Genauigkeit den grausamen Alltag im Warschauer Ghetto festzuhalten: die schikanösen “Dampfbäder”, die korrupten oder bloß unfähigen Hauskomitees, den lebens- rettenden Schmuggel und – das sicherlich tragischste Kapitel – das Sterben der Straßenkinder.
Das Schicksal dieser Wehrlosen, denen Korczak trotz seines unermüdlichen Engagements nicht helfen konnte, wird eines der Themen meines Buches sein. Daher bin ich den Herausgebern sehr dankbar, dass sie diese Texte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben.