Schwarz auf Weiß – Warschauer Ghetto in Bildern
Beim Schreiben der Szenographie spielt das historische Bildmaterial natürlich eine entscheidende Rolle. Ohne Joe Heydeckers und Heinrich Jösts Fotogra- fien wäre unser Bild vom Leben im Warschauer Ghetto zweifellos unvoll- ständig geblieben. Sie unterscheiden sich grundlegend von den “offiziellen” Bildern, die nicht selten eine Art “Voyerismus”, man könnte beinah sagen, “ethnographischer Blick”, begleitet. Heydeckers und Jösts Bilder sind indes paradox: schonungslos und mitfühlend zugleich.
Auf ihren “Wanderungen” durchs Ghetto begegnen sie den Menschen “auf Augen- höhe” und halten so fest, was den kommenden Generationen verborgen bleiben sollte: grenzenloses Leiden. Sicherlich werden einige dieser erschütternden Bilder die Grundlage für die graphische Ebene meines Buches bilden. Natürlich stellt sich hier die Frage: Wieviel Realität verträgt eine Graphic Novel? Was kann/will man unvermittelt zeigen? Was nur andeuten?